Pensionskassen stehen unter massivem Renditedruck, denn die Nullzinsen gefährden ihr Geschäftsmodell. Auf der Suche nach Renditemöglichkeiten gibt es aber kaum noch Alternativen. Die neue Blockchain-Anlageklasse kommt deshalb wie gerufen.

Pensionskassen stehen vor einer existenziellen Herausforderung: Die westlichen Gesellschaften werden immer älter, und gleichzeitig bewegen sich die Zinsen um den Nullpunkt herum. Daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern – die Zentralbanken der USA und der Eurozone haben das zuletzt deutlich gemacht.

Für Pensionskassen bedeutet das, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen möglicherweise schon bald nicht mehr nachkommen können. Bereits heute sind viele Kassen massiv unterfinanziert. In den USA gab es schon im Jahr 2017 – aktuellere Daten sind noch nicht verfügbar – ein Planungsdefizit von insgesamt 1,28 Billionen US-Dollar. Auch in Europa ist es um Pensionskassen nicht gut bestellt. Von den 137 deutschen Pensionskassen steht ein Drittel unter intensiver Beobachtung der Bafin. 

Die Mindestverzinsung ist nicht mehr gewährleistet 

Das Problem der Pensionskassen ist ihr zinsintensives Geschäftsmodell. Ihre Investment-Portfolios müssen eine bestimmte Rendite erwirtschaften, um ausreichend Kapital für zukünftige Zahlungsverpflichtungen zur Verfügung zu haben. Diese Rendite variiert je nach Pensionskasse – in den USA liegt sie im Schnitt bei 7.3 %. Sollte eine Pensionskasse ihre Mindestverzinsung nicht erreichen, drohen Zahlungsengpässe. 

In den letzten Jahren konnten viele Pensionskassen ihre Mindestverzinsung sogar deutlich übertreffen. Das lag an gestiegenen Zinsraten und vor allem am Bullenmarkt an den Aktienmärkten. Mit COVID ist beides nun vorbei. Die Zinsen sind wieder bei Null und an den Aktienmärkten herrscht große Unsicherheit. 

Insbesondere die Nullzinsen stellen Pensionskassen vor eine enorme Herausforderung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Pensionskassen mehr als ein Viertel ihres Kapitals in in Staats- und Unternehmensanleihen investieren – je nach Pensionskasse sogar deutlich mehr. Bei Nullzinsen werfen diese Anlagen kaum noch Rendite ab.

Leverage als Lösung?

Die Fondsmanager der Pensionskassen müssen jetzt neue Wege gehen. Wie genau die neue Strategie aussieht, darüber sind sich viele Pensionskassen allerdings noch nicht im Klaren.

Abenteuerliche Vorschläge gibt es bereits genug. Anstatt Gelder auf renditestarke Anlageklassen umzuschichten, will zum Beispiel CALPERS – die größte Pensionskasse der USA – mit höherem Leverage in illiquide Vermögenswerte investieren. Höheres Risiko, höhere Rendite, stimmt’s?

Stimmt. Es gibt jedoch einen deutlich besseren Ansatz. Anstatt mit massivem Leverage in das bereits vorhandene Portfolio zu investieren, könnten Pensionskassen auch in Krypto-Assets investieren.

Krypto erhöht die risikoadjustierte Portfoliorendite

Ja, genau, Krypto! Pensionskassen sind vermutlich nicht die ersten, die Einem als potenzielle Krypto-Investoren in den Sinn kommen. Dabei ist die Anlageklasse für sie die ideale Portfolio-Ergänzung. 

Zum einen können sie damit ihr Portfolio weiter diversifizieren, quasi das Gegenteil zu CALPERS Leverage-Strategie. Zum anderen können sie sich mit Krypto-Assets eine Anlageklasse ins Portfolio holen, die alle anderen Anlageklassen bezüglich ihrer risikoadjustierten Rendite in den letzten fünf Jahren übertroffen hat. 

Quelle: Woobull Charts

Damit ist Krypto genau das, was Pensionskassen heute brauchen. Mit einer Portfolio-Allokation von 1 – 5 % in Krypto-Assets können sie ihre jährliche Rendite erhöhen wobei die Portfoliovolatilität sich kaum ändert. Das haben auch verschiedene Studien mittlerweile belegt. 

Im Prinzip ist das einfach nur Mathematik. Pensionskassen sollten jetzt nicht versuchen den Markt zu schlagen. Das ist noch kaum jemandem gelungen, ganz egal wie viele hochkarätige Experten im Investment-Board sitzen. Diversifizierung hat hingegen bereits die letzten hundert Jahre gut funktioniert. Warum also jetzt das Rad neu erfinden, wenn der Markt doch mehr als genug Möglichkeiten bietet?