Wo Bitcoin Leben rettet: Die Nachfrage aus Schwellen-und Entwicklungsländern steigt

Wo Hyperinflation und Währungsreformen drohen, sind Krypto-Assets viel mehr als nur ein Anlageinstrument. Eine Analyse des globalen Handelsvolumens zeigt große Unterschiede in der Nachfrage nach Bitcoin. 

Wo Hyperinflation und Währungsreformen drohen, sind Krypto-Assets viel mehr als nur ein Anlageinstrument. Eine Analyse des globalen Handelsvolumens zeigt große Unterschiede in der Nachfrage nach Bitcoin.

Das Bitcoin-Handelsvolumen ist in den letzten Jahren weltweit angesteigen, wobei es deutliche regionale Unterschiede gibt. Eine Analyse regionaler Handelsvolumen zeigt, dass Bitcoin zuletzt vor allem in Schwellenländern mit instabilen Währungen und hoher Inflation an Bedeutung gewonnen hat.   

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

Zur Analyse regionaler Unterschiede eignen sich insbesondere die Daten der finnischen Krypto-Börse LocalBitcoins – eine Peer-to-Peer Börse, die in 249 Ländern den Kauf von Kryptowährungen gegen Fiatwährungen ermöglicht. Handelsvolumen auf LocalBitcoins sind vor allem deshalb aussagekräftig, weil die Börse sich aufgrund hoher Transaktionskosten kaum zur Spekulation eignet und kein Washtrading aufweist. 

Hyperinflation in Argentinien und Venezuela 

Bitcoin wird weltweit zur Absicherung gegen Inflation verwendet. Zwei Beispiele für Länder mit hoher Inflation sind Argentinien und Venezuela. In Argentinien stand die Inflationsrate im Jahr 2019 bei 54 %, der höchste Stand seit 28 Jahren. Da die Maßnahmen der Regierung die Situation nicht verbessert haben, ist das Vertrauen in die nationale Währung mittlerweile komplett verloren gegangen. Die Nachfrage nach Bitcoin ist deshalb massiv gestiegen.

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

In Venezuela ist die Hyperinflation mittlerweile völlig außer Kontrolle geraten, mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung. In 2019 betrug die Teuerungsrate 9.586 %. Bitcoin wird deshalb von vielen venezolanischen Händlern als Zahlungsmittel akzeptiert.

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

Währungsabwertung in Chile und Russland

Anleger in Chile und Russland nutzen Kryptowährungen, um ihr Vermögen gegen die Abwertung der nationalen Währung gegen den US Dollar zu schützen. In Chile ist die Inflation mit ca. 3% zwar im Rahmen, aber der Peso hat gegenüber dem US Dollar im letzten Jahr um 27 % abgewertet. Da Gold und Auslandswährungen nicht einfach zugänglich sind, flüchten Anleger in Bitcoin. Gleiches gilt für Russland, denn der Rubel wurde durch ökonomische Sanktionen in den letzten Jahren stark abgewertet.

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

Hohe Kriminalität in Kenia und Kolumbien

In manchen Ländern ist hohe Kriminalität ein Hauptgrund für die gestiegene Nachfrage nach Kryptowährungen. Bargeld ist für Händler dort gefährlich, da es einfach gestohlen werden kann. In Ländern wie Kenia oder Kolumbien sind Kryptowährungen deshalb vor allem für kleinere Einzelhändler attraktiv. 

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

Währungsreform in Indien

In Indien hat Bitcoin nach der Währungsreform im Jahr 2016 an Bedeutung gewonnen. Mit der plötzlichen Entwertung von über 80 Prozent des Bargeldes hat Indiens Zentralbank damals das Land lahmgelegt. Lkw-Fahrer konnten kein Benzin mehr kaufen, Bauern konnten ihr Saatgut nicht bezahlen und vor Krankenhäusern starben die Patienten. Trotz eines Bitcoin-Handelsverbots stieg das Handelsvolumen seither signifikant an. 

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

In Industrienationen ist Bitcion vor allem ein Anlageinstrument

Die Daten von LocalBitcoins zeigen einen Trend auf, der sich auch in den letzten Monaten immer klarer herauskristallisiert hat: Die Nachfrage nach Kryptowährungen wird in den nächsten Monaten vor allem in Schwellen-und Entwicklungsländern massiv ansteigen. 

In Ländern und Regionen mit vergleichsweise stabilen Währungen, wie Europa, USA oder Hongkong stieg das Handelsvolumen ebenfalls an, aber aus anderen Gründen. Hier stehen eher die herausragende Rendite der Krypto-Assets sowie deren Vorteile zur Portfoliodiversifikation im Vordergrund. 

Im Gegensatz zu Schwellen-und Entwicklungsländern wird Bitcoin in Industrienationen kaum als Zahlungsmittel verwendet. Zur Absicherung gegen Inflation spielten Kryptowährungen (bislang) auch keine große Rolle – das könnte sich aufgrund der expansiven Geldpolitik von EZB und Fed in den nächsten Monaten und Jahren jedoch ändern. 

Quelle: LocalBitcoins, Coin Dance

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