Mit einer digitalen Währung könnte der Staat in Krisenzeiten auch die Bürger unterstützen, die keinen Zugang zum Finanzsystem haben. In den USA wird das nun diskutiert. Blockchain für finanzielle Inklusion.

Die U.S. Regierung plant ein umfangreiches Hilfspaket, um die heimische Wirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen. Dazu wollte die Fraktion der Demokraten im U.S.-Kongress einen Vorschlag vorlegen, der unter anderem einen „digitalen Dollar“ enthielt. In der finalen Version war dieser Vorschlag schlussendlich zwar nicht mit inbegriffen, trotzdem zeigt er, dass die Krise Blockchain neuen Schwung verleiht. 

Digitaler Dollar für alle: ein wahrlich inklusives Hilfspaket 

Im ersten Entwurf des Hilfspaketes war von einem „digitalen Dollar“ und „digitalen Dollar-Wallets“ die Rede.  Der digitale Dollar sollte dabei von der amerikanischen Notenbank Fed ausgegeben werden. Die digitalen Wallets sollten ebenfalls von der Fed verwaltet werden und direkt für Privatpersonen zugänglich sein. 

Außerdem sollten alle Banken, die der Regulierungshoheit der Fed unterliegen, sogenannte „Pass-Through-Wallets“ für ihre Kunden anlegen, denen die ökonomischen Hilfen zugute kommen sollten. Weitere Banken, die von der FDIC reguliert werden, könnten sich dem System freiwillig anschließen. Unternehmen und Privatpersonen könnten damit sowohl bei der Zentralbank direkt als auch bei den jeweiligen Geschäftsbanken digitale Dollar erhalten.

Für diejenigen, die keinen Zugang zum Finanzsystem haben, zum Beispiel, weil sie nicht über einen Personalausweis verfügen und dementsprechend kein Bankkonto eröffnen können, sollte die amerikanische Post digitale Dollar Accounts eröffnen und darüber hinaus auch Geldautomaten bereitstellen.

Damit hätten die USA als erste der großen Volkswirtschaften die Infrastruktur für eine digitale Zentralbank-Währung geschaffen. Zwar wäre diese Infrastruktur zunächst nur für die Unterstützungsmaßnahmen verwendbar gewesen, mittel- bis langfristig hätte daraus aber auch eine komplett digitales Währungssystem erwachsen können.

Die Diskussion geht weiter: Ein neuer Vorschlag liegt bereits vor

Auch wenn der digitale Dollar es nicht in den finalen Diskussionsentwurf geschafft hat, trifft er nach wie vor auf Zustimmung. Senator Sherrod Brown, schickte einen weiteren Vorschlag ins Rennen, der den digitalen Dollar wieder in die Diskussion einbringen soll. 

In Browns Vorschlag ist von einem „FedAccount“ die Rede, mit dem Bürger Geld von der Regierung erhalten, Zahlungen abwickeln und Bargeldauszahlungen vornehmen können. Genau wie im ersten Vorschlag sollten diese Konten sowohl über Geschäftsbanken als auch über Poststellen zugänglich sein. 

„Gemäß meinem Vorschlag könnte jeder US-Bürger kostenlos ein Bankkonto eröffnen und müsste somit nicht auf teure Zahlungsstellen zurückgreifen, um hart erarbeitetes Geld zu erhalten”, kommentiert Brown.

Diese Vorschläge unterstützen die These, dass die Corona-Krise den digitalen Fortschritt massiv beschleunigen wird und insbesondere Blockchain und digitale Währungen davon profitieren werden. Wir bleiben gespannt, was in den nächsten Wochen noch alles passieren wird.