Krypto-Werte werden schon seit Jahren als Instrument zur Portfolioabsicherung angepriesen. Jetzt ist die Krise da – und Krypto-Assets können sich beweisen.

Die US-Notenbank entschied in einer Krisensitzung am Sonntagabend den Leitzins zu senken – und zwar um ganze 1,25 Punkte auf eine Zinsbandbreite von 0,00 bis 0,25 Prozentpunkte. Damit sind die Zinsen auf dem gleichen Niveau wie während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008.

Diese Notfall-Zinssenkung der Fed verheißt nichts Gutes, denn die Währungshüter erwarten offensichtlich eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation und ergreifen deshalb drastische Maßnahmen. 

Anleger sollten jetzt genau hinschauen, denn es zeichnen sich zwei Gefahren ab: Zum einen könnte eine konjunkturelle Verschlechterung weitere Kursverluste mit sich ziehen. Zum anderen könnte sich der geldpolitische Stimulus als unwirksam erweisen, denn die Zinsen sind schon seit der Finanzkrise auf niedrigem Niveau. In diesem Fall werden die Zentralbanken ihre Geldschleusen weiter öffnen.

Kryptowährungen als Krisenhelfer 

Krypto-Werte könnten Anlegern einen Ausweg aus der Krise bieten. Sie haben in den letzten Wochen zwar genauso wie andere Anlageklassen unter der Krise gelitten, das liegt aber vor allem an ihrer hohen Liquidität. Während einer Liquiditätskrise verkaufen Anleger jedes Asset, das sich verkaufen lässt – deshalb auch die Kurseinbrüche bei Bitcoin.

Sobald diese Liquiditätskrise überstanden ist, werden Anleger wieder investieren. Dann bieten sich Krypto-Werte an, denn die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus werden sie nicht in gleichem Maße erfassen, wie andere Vermögenswerte. Sie sind zum Beispiel nicht von Lieferketten abhängig, es gibt keine Mitarbeiterausfälle und die Geldpolitik hat keine Auswirkungen auf den Wert der Währungen. 

Paradigmenwechsel im Portfoliomanagement

Bisher hatten Krypto-Werte noch keine Gelegenheit, sich in einer Finanz- und Wirtschaftskrise zu beweisen, denn es gibt sie erst seit ca. zehn Jahren. Deshalb ist diese Krise eine Chance für den Krypto-Markt: Sollten sich Krypto-Assets in den nächsten Monaten als sichere Häfen erweisen, dann werden sie sich als ein fester Bestandteil im Portfolio professioneller Anleger etablieren. 

All das ist heute allerdings noch Theorie, denn den Beweis dafür muss der Krypto-Markt erst noch liefern. Deshalb sollten Anleger jetzt nicht Hals über Kopf in die Anlageklasse einsteigen, sondern überlegt und mit einem sinnvollen Risikomanagement-Konzept ihre Krypto-Portfolios aufbauen. Panik – und Euphorie – waren noch nie ein guter Ratgeber.