Bitcoin Volatilität: Es braucht nicht viel für große Kurssprünge

Die Bitcoin Volatilität der letzten Woche zeigte deutlich, dass bereits vermeintlich unbedeutende Ereignisse zu großen Preissprüngen führen können – sowohl nach unten, als auch nach oben.


Die Bitcoin Volatilität der letzten Woche zeigte deutlich, dass bereits vermeintlich unbedeutende Ereignisse zu großen Preissprüngen führen können – sowohl nach unten, als auch nach oben. 

Bitcoin verlor am Mittwoch 8 % und durchbrach die $7.500 Marke nach unten. Der gesamte Krypto-Markt verlor innerhalb eines Tages fast $19 Milliarden. Und das nachdem der Kurs bereits im September von $10.000 auf $8.500 fiel, ebenfalls innerhalb eines Tages. Ein erneuter Bärenmarkt also? Mitnichten. Am Freitag legte Bitcoin dann wieder um 22 % zu, und endete bei über $9.500.


Abwärtsspirale aufgrund regulatorischer Unsicherheit und großer Ordervolumen

Das Bemerkenswerte: Sowohl die Abwärts- als auch die Aufwärtsspirale hatten mehr oder weniger die gleichen Ursachen: regulatorische Unsicherheit und große Ordervolumen bei geringer Marktliquidität.

Am Mittwoch fand eine weiterer Anhörung des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg vor dem U.S.-amerikanischen House of Representatives Committee on Financial Services statt. Dort musste Zuckerberg Rede und Antwort hinsichtlich der geplanten Markteinführung der Krypto-Währung Libra stehen. Die höchsten Tagesverluste verzeichnete Bitcoin innerhalb von nur drei Stunden im Vorfeld der Anhörung. Marktteilnehmer schienen der Annahme gewesen zu sein, dass eine schlechte Performance des Facebook CEOs sich negativ auf die Preise auswirken könnten.

Außerdem wurden zur gleichen Zeit knapp $250 Millionen an Bitcoin Positionen auf der Krypto-Derivate Börse BitMEX verkauft. Die gesamte Marktkapitalisierung des Assets beträgt rund $170 Milliarden, weshalb sich eine solche Verkaufsorder durchaus auf den Preis auswirken kann.


Aufwärtstrend hatte die gleichen Ursachen; aber in entgegengesetzter Richtung

Für den Aufwärtstrend am Freitag machten viele Analysten einen Kommentar des chinesischen Präsidenten Xi Jinping verantwortlich. In Zukunft wolle China verstärkt in den Ausbau einer eigenen Blockchain-Infrastruktur investieren, so Xi.

Ob damit allerdings Bitcoin gemeint war, ist eher fraglich. Tatsächlich war die chinesische Regierung in der Vergangenheit kein Freund freier Krypto-Währungen und ist es bis heute nicht. Xis Kommentar zielte eher auf Enterprise-Anwendungen der Technologie ab sowie auf den digitalen Yuan, an dem die chinesische Zentralbank bereits seit längerer Zeit arbeitet.

Dem chinesischen Markt wird unter Krypto-Anlegern besondere Bedeutung beigemessen, weil ein großer Teil des weltweiten Bitcoin-Minings in China stattfindet. Die Regierung hat allerdings in letzter Zeit begonnen, gegen diese Mining-Farmen vorzugehen. Auch wenn ein plötzlicher Richtungswechsel in China unwahrscheinlich ist, hat Xis Kommentar kurzfristigen Bitcoin-Enthusiasmus ausgelöst.

Dazu kam, dass viele Short-Seller auf fallende Preise gesetzt hatten und sich in größerem Umfang mit Bitcoins eindecken mussten, um ihre Positionen auszugleichen. Das hohe Volumen an Kauf-Ordern trug zur Aufwärtsspirale bei.


Wo’s runter geht, geht’s auch wieder rauf

Die letzte Woche hat gezeigt, dass die gleichen Mechanismen, die einen rasanten Abwärtstrend auslösen, die Preise genauso schnell wieder nach oben katapultieren. Beides Mal wurden Preistrends von politischen Geschehnissen und der Liquidierung größerer Positionen ausgelöst, allerdings in jeweils entgegengesetzte Richtungen.

Auch auf Aktienmärkten haben solche Ereignisse einen Einfluss, aber längst nicht in dieser Größenordnung. Der Grund dafür liegt in der geringen Liquidität der Krypto-Märkte. Was auf Aktienmärkten nur kleine Preisschwankungen auslöst, manifestiert sich auf Krypto-Märkten schnell in signifikanten Verlusten oder Gewinnen. Wer die wesentlichen Marktindikatoren nicht versteht oder keine Zeit hat, sich kontinuierlich mit dem Marktgeschehen auseinandersetzen, der sollte seine Krypto-Anlagen besser professionellen Anlagespezialisten überlassen.

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