Im ersten Quartal war Bitcoin mit den führenden Aktienindizes positiv korreliert. Trotzdem hat das Asset seine Funktion als Portfolio-Diversifkator erfüllt. Ein Blick auf Korrelationen, Bitcoins Kursverhalten und die Lehren aus der Krise.

Bitcoin wird von Portfoliomanagern oft als digitales Gold angepriesen. Einerseits weil das Angebot begrenzt ist, andererseits wegen der Unkorreliertheit zu anderen Anlageklassen. Dadurch, so die Annahme, könne Bitcoin traditionell diversifizierte Portfilios in Bärenmärkten absichern. 

Als Bitcoin dann Ende Februar von der COVID-Krise genauso erfasst wurde wie der Aktienmarkt, wurde diese Sicherungsfunktion zunächst in Frage gestellt. Die Daten zeigen jedoch, dass Bitcoin sich in der Krise durchaus als ein gutes Diversifikations-Instrument erwiesen hat. 

In der Krise gehen alle Korrelationen gegen eins

Die starken Kursverluste des Aktienmarktes im Februar und März waren auf eine Liquiditätskrise zurückzuführen. Angesichts der COVID-19-Pandemie liquidierten Anleger panikartig ihre Assets. Da nicht genügend Käufer im Markt waren, mussten Verkäufer ihre Preise weiter senken und eine Preis-Abwärtsspirale wurde ausgelöst, die letztlich durch das Einwirken der Zentralbanken aufgefangen wurde. 

Anleger verkauften in diesen Tagen sämtliche liquide Assets, egal ob Aktien, Bitcoin oder Gold. In Krisenszenarien gehen die Korrelationen aller Anlageklassen deshalb gegen 1, davor ist auch Bitcoin nicht geschützt – Gold übrigens auch nicht. 

Zwischen dem 19. Februar und 23. März 2020 war Bitcoin mit führenden Aktienindizes deshalb deutlich positiv korreliert. Auffällig dabei war auch eine stärkere Korrelation mit dem Nikkei 225, die ca. 20% höher war als die Korrelation zum S&P 500 und FTSE 100. 

Quelle: Copper.co

Im Jahr 2019 war die Korrelation deutlich geringer. Die Daten zeigen, dass die hohe Korrelation zwischen Bitcoin und führenden Aktienindizes im ersten Quartal des Jahres 2020 eine Ausnahmeerscheinung waren. 

Quelle: Copper.co

Während Handelszeiten waren Korrelationen besonders hoch

Die Korrelationen unterscheiden sich außerdem über die unterschiedlichen Handelszeiten hinweg. Während Aktien nur während den Öffnungszeiten der jeweiligen Börsen gehandelt werden können, ist der Handel mit Bitcoin rund um die Uhr möglich.

Dabei sind die Korrelationen zwischen Bitcoin und Aktienindizes während den regulären Markt-Handelszeiten besonders hoch und haben Anfang 2020 deutlich zugenommen. Die hohe Korrelation während der Handelszeiten könnte ein Indikator für verstärktes Investment von institutionellen Investoren sein, die vorwiegend während der Handelszeiten investieren. 

Quelle: Copper.co

Bitcoin hat sich schneller als Aktien von der Krise erholt 

Schaut man sich die Kursentwicklung Bitcoins im April und Mai an, dann hat sich Bitcoin im Vergleich zu sämtlichen Aktienindizes deutlich schneller wieder erholt und liegt heute etwa auf dem gleichen Niveau wie vor der Krise. 

Quelle: Tradingview

Bislang hat sich Bitcoin als Krisen-Hedge also durchaus als wertvoll erwiesen. Zwar schützt das Asset nicht vor kurzfristigen liquiditäts-getriebenen Abverkäufen, es erholt sich aber im Vergleich zu anderen Anlageklassen relativ schnell von Marktschocks.