Seit Ausbruch der Krise gewinnt Bitcoin als Hedge gegen Inflation an Bedeutung. Jetzt greifen auch immer mehr institutionelle Anleger zu. Star-Investor Paul Tudor Jones erklärt, warum sein Fonds jetzt in Bitcoin investiert. 

Bitcoin erinnere ihn an Gold in den 1970er Jahren, sagt Paul Tudor Jones, als er den Anlegern seines Hedge Fonds seinen neuesten Strategie-Schwenk erklärte. Sein Tudor BVI Fund hat einen Teil seines Kapitals in Bitcoin Futures investiert. 

Jones sieht in Bitcoin einen Hedge gegen Inflation, die er angesichts der momentanen Geldpolitik für wahrscheinlich hält. „Die beste Strategie, um Gewinne zu maximieren, ist, auf das schnellste Pferd zu setzen,“ sagt Jones. „Wenn ich eine Einschätzung abgeben müsste, dann wäre Bitcoin meine erste Wahl.“

2020 ist nicht 2008: Die Geldmenge steigt 

In einem Bericht mit dem Titel „Die große Inflation des Geldes“ verweist Jones auf die $3,9 Billionen US-Dollar, die von den Notenbanken seit Februar in Zirkulation gebracht wurden. Das entspreche ca. 6,6 % der weltweiten ökonomischen Wertschöpfung. Was Jones vor allem zu Bedenken gibt, ist die enorme Geschwindigkeit, in der dieses neue Geld in der Wirtschaftskreislauf injiziert wurde.

Anders als nach der Finanzkrise im Jahr 2008 seien Banken heute stärker kapitalisiert und könnten aufgrund der expansiven Geldpolitik nun mehr Kredite vergeben. Dadurch gelange das Geld in die Realwirtschaft und die zirkulierende Geldmenge stiege an. Auch wenn der temporäre Rückgang der volkswirtschaftlichen Nachfrage Konsumgüterpreise vorerst stabil halte, rechnet Jones langfristig mit steigender Inflation.

Quelle: Tudor Investment Corporation

Dazu komme, dass die Verschuldung des Privatsektors sowie des Staatshaushaltes massiv angesteigen sei. Dadurch werde es für die Notenbanken nach der Krise schwieriger, die Zinsen anzuheben, ohne eine Pleitewelle und Massenarbeitslosigkeit auszulösen. Die Instrumente der Zentralbank, steigende Preise durch Zinserhöhungen zu verhindern, seien also stark eingeschränkt.

Quelle: Tudor Investment Corporation

Bitcoin erfüllt die Kriterien zur Inflationsabsicherung

All das brachte Jones schließlich zu Bitcoin. Der Investor hat bereits 2017 zum ersten Mal in das Krypto-Asset investiert und seine noch vor dem Höhepunkt bei knapp $20,000 wieder verkauft. Damals investierte er eher “zum Spaß” in Bitcoin, heute sieht er das Asset als einen nachhaltigen Wertspeicher. Dabei verweist Jones auf die vier Eigenschaften Kaufkraft, Vertrauen, Liquidität und Bewegbarkeit, die er bei Bitcoin alle als gegeben sieht. 

„Ich bin kein Millennial, der in Kryptowährungen investiert“, schreibt Jones. „Ich bin ein Baby Boomer, der die Chance nutzen will und gleichzeitig mein Kapital in einem sich ändernden Umfeld schützen will.“

Jones erwähnt auch, dass COVID die Digitalisierung von Währungen weltweit beschleunigt habe. So hat zum Beispiel China als erste der führenden Volkswirtschaften eine digitale Währung ausgegeben und Facebook hat Libra 2.0 angekündigt. Deshalb, so Jones, werden digitale Wallets für Anleger bald eine Selbstverständlichkeit sein, was es dann auch einfacher mache Bitcoin zu halten und zu handeln.