In Zeiten politischer Instabilität sind Safe Haven-Assets gefragt. Bitcoin erfüllt einige der Voraussetzungen, aber der direkte Vergleich mit Gold hinkt.

Letzten Freitag wurde ein hochrangiger iranischer General im Irak von einer US-amerikanischen Drohne getötet. Seither werden die Kriegstrommeln gerührt. US-Präsident Trump kündigte via Twitter Raketenangriffe auf iranische Militärstützpunkte an, sollte der Iran Vergeltungsaktionen ausüben. Auf Sozialen Medien wird bereits über den dritten Weltkrieg diskutiert.

Krieg ist aber nicht gut für’s Geschäft, abgesehen von einigen wenigen Industrien. Das Ergebnis ist Inflation, Staatsverschuldung, politische Instabilität und der Verlust von Menschenleben.

Deshalb flüchten Anleger in solchen Zeiten in “Safe Haven”-Assets, sichere Häfen, zumeist Edelmetalle, Rohstoffe oder Immobilien. Nach den Neuigkeiten am Freitag stieg der Goldpreis auf ein 4-Monatshoch. Auch der Ölpreis legte kräftig zu. Interessant für Blockchain-Investoren: Bitcoin stieg ebenfalls um fast 10 Prozent an.

Bitcoin bietet Schutz vor Inflation und Börsencrashs 

Bitcoin – oft als “digitales Gold” gehandelt – wird von Analysten häufig als Safe Haven-Asset bezeichnet. Preisanstiege während politischen Krisen sind bei Bitcoin nämlich nicht ungewöhnlich.

Das Asset ist zwar kein Sachwert, es ist aber ein Wertspeicher, der von staatlicher Geldpolitik unabhängig ist. Außerdem ist Bitcoin, genauso wie andere Kryptowährungen, mit anderen Anlageklassen weitgehend unkorreliert. Während sich politische Krisen zum Beispiel negativ auf den Aktienmarkt auswirken – nach dem Drohnenangriff am Freitag verloren die Aktienmärkte weltweit 1,5 Prozent – bleibt Bitcoin von diesen Kursverlusten unberührt.

Bitcoin eignet sich als Krisen-Hedge, aber der Vergleich mit Gold hinkt

Bitcoin schützt zwar vor Inflation, schlechter Konjunktur und staatlicher Enteignung, trotzdem ist das Asset hochgradig volatil. Ein riskantes Investment als “Safe Haven” zu bezeichnen ist ein Widerspruch in sich.

Der Vergleich mit Gold ist deshalb nicht ganz zutreffend. Gold sichert gegen die Krise, aber wirft kaum Rendite ab. Bitcoin hingegen sichert auch gegen die Krise, aber hat im Vergleich zu Gold ein besseres Renditepotenzial. Andererseits birgt Bitcoin aber auch ein höheres Risiko, weshalb eine aktive Risikomanagement-Strategie unentbehrlich ist.

Beide Assets eignen sich als Krisen-Hedge, aber sie haben ein unterschiedliches Rendite-Risiko-Profil. Deshalb ist auch die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold mit 0,15 nur leicht positiv. Da beide Assets sich unterschiedlich verhalten, sollten sie beide im Krisen-Portfolio geführt werden.